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In der sich rasant entwickelnden Landschaft der Künstlichen Intelligenz (KI) stehen Unternehmen vor der Herausforderung, die Interaktion und Koordination zwischen verschiedenen KI-Agenten und deren Ressourcen zu optimieren. Eine neue Initiative, der sogenannte "Agentic Resource Discovery" (ARD)-Standard, verspricht hier eine fundamentale Verbesserung. Dieser offene Standard, unterstützt von Technologieriesen wie GitHub und Google, zielt darauf ab, einen einheitlichen Rahmen für die Entdeckung, Verifizierung und Nutzung von KI-Fähigkeiten über diverse Plattformen hinweg zu schaffen.
Bisher war die Integration von Tools, Fähigkeiten und Agenten in KI-Workflows oft mit erheblichem manuellem Aufwand verbunden. Entwickler mussten spezifische Server, Fähigkeiten oder APIs "verdrahten", was bei einer wachsenden Anzahl von verfügbaren KI-Ressourcen zunehmend ineffizient wurde. Der ARD-Standard adressiert dieses Problem, indem er eine gemeinsame Schicht für die Veröffentlichung, Indizierung und Entdeckung von KI-Fähigkeiten bereitstellt. Er ermöglicht es einem KI-Client, die Frage "Was ist für diese Aufgabe verfügbar?" zu stellen und eine Antwort mit passenden Ressourcen zu erhalten.
Die Entwicklung des ARD-Standards ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mehrerer einflussreicher Unternehmen. Neben GitHub und Google waren auch Microsoft, GoDaddy, Hugging Face, Cisco, Databricks, NVIDIA, Salesforce, ServiceNow und Snowflake an der Ausarbeitung beteiligt. Diese breite Unterstützung unterstreicht die Bedeutung und das Potenzial des Standards für die gesamte Branche. Die Spezifikation ist unter der Apache 2.0 Lizenz veröffentlicht und baut auf dem AI Catalog Datenmodell auf, das von einer Arbeitsgruppe unter der Linux Foundation gepflegt wird.
Der ARD-Standard definiert, wie Organisationen Kataloge verfügbarer Ressourcen unter ihren eigenen Domains veröffentlichen können. Diese Kataloge können eine Vielzahl von KI-Ressourcen beschreiben, darunter:
Ein Anbieter veröffentlicht eine ai-catalog.json-Datei an einem bekannten Ort auf seiner Domain. Diese Datei enthält Beschreibungen der verfügbaren Ressourcen und notwendige Informationen, damit KI-Clients diese entdecken und sich mit ihnen verbinden können. Registries crawlen und indizieren diese Kataloge. Wenn ein Agent eine bestimmte Fähigkeit benötigt, kann er eine Registry mit einer Anfrage in einfacher Sprache abfragen oder einen Katalog direkt von einer bekannten Domain abrufen.
Ein konkretes Beispiel für die Anwendung des ARD-Standards ist der "Agent Finder" für GitHub Copilot. Diese Funktion ermöglicht es Copilot, einen Index verfügbarer KI-Ressourcen zu durchsuchen und eine Rangliste passender Ergebnisse aus einem ausgewählten Katalog zurückzugeben. Copilot kann dann die benötigte Fähigkeit bei Bedarf abrufen. Dies reduziert die Notwendigkeit, jede mögliche Ressource präventiv in den Kontextfenster zu laden, und ermöglicht es Agenten, nur die Werkzeuge zu laden, die für die aktuelle Aufgabe erforderlich sind.
Ein zentraler Aspekt des ARD-Standards ist die Integration von Sicherheits- und Governance-Mechanismen. Die Registries geben nicht nur passende Fähigkeiten zurück, sondern auch Metadaten, die es dem Client-Agenten ermöglichen, den Herausgeber zu verifizieren, bevor eine Verbindung hergestellt wird. Google betont, dass ARD die kryptografische Verifizierung in Produktionsumgebungen unterstützt, einschließlich der Überprüfung der Identität des Herausgebers. Nach erfolgreicher Verifizierung stellt der Agent eine direkte Verbindung zur ausgewählten Ressource über deren natives Protokoll oder API her. ARD ersetzt diese Protokolle nicht, sondern konzentriert sich auf die Entdeckung und Vertrauensmetadaten vor der Verbindung.
Für Unternehmen bietet GitHub zudem verwaltete Steuerelemente für Copilot-Agenten. Administratoren können festlegen, welche Ressourcen Agenten entdecken und verwenden dürfen. Der Agent Finder zeigt dann nur die Ressourcen an, die unter diesen Einstellungen zugelassen sind. Wichtig ist hierbei, dass der Agent Finder keine Tools automatisch installiert oder verbindet; er stellt lediglich die Ressourcen zur Verfügung, die Entscheidung zur Integration liegt beim Nutzer.
Google plant, den ARD-Standard in seine Gemini Enterprise Agent Platform zu integrieren. Das "Agent Registry" innerhalb dieser Plattform wird die Suche, Entdeckung und Bereitstellung von agentischen Ressourcen unterstützen. Dazu gehören global eindeutige URNs (Uniform Resource Namespaces), agentische Egress-Richtlinien und die Möglichkeit, Tools oder Spezifikationen festzulegen. Die Plattform wird auch die Agentenidentität zur Verifizierung von ARD-Vertrauensmanifesten nutzen, welche die Authentizität von Agenten überprüfen. Eine native ARD-Unterstützung für die Gemini Enterprise Agent Platform wird in den kommenden Monaten erwartet, was Organisationen ermöglichen soll, interne Registries mit einem breiteren föderierten Netzwerk zu verbinden.
Parallel zur Einführung des ARD-Standards hat GitHub weitere Fortschritte bei seinen Copilot-Tools gemacht. Das Copilot SDK wurde allgemein verfügbar gemacht und bietet Entwicklern Zugang zur Agentenlaufzeit, Unterstützung für Planung, Tool-Aufrufe, Dateibearbeitungen, Streaming und Multi-Turn-Sitzungen. Die Copilot-App ist nun auch für macOS, Windows und Linux verfügbar und bietet eine Desktop-Umgebung für agentengesteuerte Entwicklung. Ebenso wurde die automatische Modellauswahl in Copilot Chat auf github.com und in der mobilen GitHub-App eingeführt, die ein Modell basierend auf Aufgabenkomplexität, Modellverfügbarkeit, Planzugang und Administratorrichtlinien auswählt.
Der ARD-Standard repräsentiert einen wichtigen Schritt hin zu einem kohärenteren und effizienteren Ökosystem für KI-Agenten. Durch die Standardisierung der Ressourcenerkennung können Unternehmen und Entwickler die Leistungsfähigkeit von KI-Agenten besser nutzen und gleichzeitig die Kontrolle und Sicherheit gewährleisten.
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