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Die digitale Transformation schreitet kontinuierlich voran, und mit ihr die Integration künstlicher Intelligenz in alltägliche Büroanwendungen. Collabora Productivity, bekannt für seine Open-Source-Office-Lösungen, hat mit der Veröffentlichung von Collabora Online 26.04 einen bemerkenswerten Schritt vollzogen, indem es Anwendern die Wahlfreiheit bei der Nutzung von KI-Funktionen überlässt. Diese Entwicklung ist für Unternehmen, die Wert auf Datensouveränität und Flexibilität legen, von besonderer Relevanz.
Die Version 26.04 von Collabora Online, die auf dem bewährten LibreOffice-Kern basiert, erweitert die Funktionalitäten von Writer, Calc und Impress um einen integrierten KI-Assistenten. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Implementierung liegt in ihrer optionalen Natur und der umfassenden Kontrolle, die den Nutzern und Administratoren gewährt wird. Standardmäßig ist der KI-Assistent deaktiviert, was eine bewusste Entscheidung für dessen Aktivierung erfordert. Dies unterstreicht das Engagement von Collabora für Datenschutz und Anwenderkontrolle.
Ein zentrales Element der neuen KI-Integration ist die Möglichkeit für Anwender, das Large Language Model (LLM) sowie den Anbieter und die Infrastruktur, auf der die KI läuft, selbst zu bestimmen. Dies unterscheidet Collabora Online von vielen proprietären Lösungen, die Nutzer an spezifische Cloud-Dienste binden. Derzeit werden Schnittstellen zu Anbietern wie OpenAI, Groq, Together AI und Mistral AI unterstützt. Darüber hinaus besteht die Option, eigene OpenAI-kompatible Schnittstellen zu integrieren, um lokal betriebene Modelle über Plattformen wie Ollama, vLLM oder LM Studio anzubinden. Diese Flexibilität ermöglicht es Unternehmen, sensible Daten im eigenen System zu halten und gleichzeitig die Vorteile von KI-Funktionen zu nutzen.
Der KI-Assistent ist in die einzelnen Anwendungen der Suite nahtlos integriert:
Die Interaktion mit dem KI-Assistenten erfolgt über eine Chat-Seitenleiste während einer Bearbeitungssitzung, die über WebSocket angebunden ist. Zudem ermöglicht ein Model Context Protocol (MCP) externen KI-Clients die Ansprache von Collabora Online-Funktionen, auch ohne geöffnete Bearbeitungssitzung. Für erweiterte Aktionen am Dokument empfiehlt Collabora die Verwendung von Modellen mit integriertem Function- oder Tool Calling, wie beispielsweise GPT-4o, Llama 3.1 oder Qwen 2.5.
Neben der KI-Integration bringt Collabora Online 26.04 eine Reihe weiterer Verbesserungen und neuer Funktionen mit sich, die die Produktivität und Zusammenarbeit fördern.
Der Dokumentvergleich wurde signifikant erweitert. Anwender können nun die aktuelle Fassung eines Dokuments mit früheren lokalen oder serverseitig gespeicherten Versionen vergleichen. Änderungen wie Einfügungen, Löschungen, verschobene Inhalte sowie Modifikationen an Bildern und Tabellen werden farblich hervorgehoben und mit Angaben zu Autor und Zeitpunkt versehen. Dies ist insbesondere bei der Überprüfung von Vertragsentwürfen oder anderen kollaborativ erarbeiteten Dokumenten von Vorteil. Eine neue Zwei-Seiten-Ansicht erleichtert zudem die Kontrolle von Umbrüchen und Hierarchien in längeren Dokumenten. Des Weiteren unterstützt Writer nun den Import und Export von Markdown-Dateien.
In Calc wurden die Filter-, Funktions- und Formatierungswerkzeuge ausgebaut. Neu sind berechnete Felder in Pivot-Tabellen, die es ermöglichen, Kennzahlen aus bereits gruppierten Daten abzuleiten, ohne die Quelldaten modifizieren zu müssen. Zur Gestaltung von Tabellen stehen nun Tabellenstile und eine dedizierte Registerkarte für das Tabellendesign zur Verfügung.
Für Impress wurden die Funktionen zur Zusammenarbeit und zur Durchführung von Präsentationen verbessert. Die "Follow Me"-Funktion erlaubt es Teilnehmern einer Online-Präsentation, der Ansicht des Vortragenden automatisch zu folgen. Abschnitte zur Gliederung großer Foliensätze sowie Optionen zur Skalierung aller oder einzelner Folien auf eine neue Größe ergänzen die Neuerungen.
Collabora Productivity betont mit dieser Veröffentlichung die Bedeutung von Datensouveränität und Anwenderkontrolle. Die Möglichkeit, KI-Modelle auf der eigenen Infrastruktur zu betreiben, stellt sicher, dass sensible Unternehmensdaten nicht an externe Cloud-Dienste übertragen werden müssen. Dies ist ein entscheidender Faktor für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die strengen Datenschutzrichtlinien unterliegen und die Kontrolle über ihre Daten behalten möchten. Die Architektur von Collabora Online, die auf dem LibreOffice-Kern basiert und über Schnittstellen wie LibreOfficeKit arbeitet, ermöglicht eine hohe Flexibilität und Anpassbarkeit.
Die Implementierung von KI in Collabora Online 26.04 bietet somit eine zukunftsweisende Lösung für Unternehmen, die die Vorteile künstlicher Intelligenz in ihre Arbeitsabläufe integrieren möchten, ohne dabei Kompromisse bei Sicherheit, Datenschutz und Kontrolle eingehen zu müssen. Die fortlaufende Entwicklung und das Feedback von Partnern und Nutzern, die Collabora Online in den letzten zehn Jahren zu einer weit verbreiteten Lösung gemacht haben, spiegeln sich in dieser umfassenden Aktualisierung wider.
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