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Neue Richtlinie zur KI-Nutzung in der juristischen Ausbildung an der UC Berkeley School of Law

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May 24, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Die UC Berkeley School of Law hat eine neue, strikte Richtlinie zur Nutzung von KI in der juristischen Ausbildung erlassen.
    • Ab Sommer 2026 ist die Verwendung von KI für die Erstellung, Gliederung, Entwurf, Überarbeitung, Übersetzung oder Korrektur von Arbeiten, die zur Bewertung eingereicht werden, untersagt.
    • Auch bei Prüfungen ist der Einsatz von KI generell verboten.
    • Eine Ausnahme bildet die Nutzung von KI für die Recherche von Quellen wie Gesetzen oder Fallrecht, wobei Studierende für die Richtigkeit der zitierten Fakten verantwortlich sind.
    • Die Richtlinie zielt darauf ab, die Entwicklung grundlegender kognitiver Fähigkeiten bei den Studierenden zu gewährleisten, die für eine qualitativ hochwertige juristische Arbeit unerlässlich sind.
    • Dozenten können in speziellen Kursen, die sich mit dem ethischen und effektiven Einsatz von KI befassen, von dieser Regel abweichen.

    Striktere KI-Nutzungsregeln an der UC Berkeley School of Law

    Die UC Berkeley School of Law, eine der weltweit renommiertesten juristischen Fakultäten, hat eine umfassende und restriktive Richtlinie zur Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) in der akademischen Ausbildung ihrer Studierenden verabschiedet. Diese Regelung, die ab Sommer 2026 in Kraft tritt, markiert einen entscheidenden Schritt in der Auseinandersetzung von Bildungseinrichtungen mit den Herausforderungen und Chancen generativer KI-Technologien.

    Umfang des Verbots und die dahinterstehende Philosophie

    Die neue Richtlinie untersagt den Studierenden die Nutzung von KI-Tools für eine breite Palette akademischer Aktivitäten, die zur Bewertung eingereicht werden. Dies umfasst:

    • Konzeptualisierung von Themen oder Thesen
    • Erstellung von Gliederungen
    • Verfassen von Entwürfen
    • Überarbeitung und Bearbeitung von Texten
    • Übersetzung von Arbeiten
    • Korrektur von Grammatikfehlern

    Zudem ist der Einsatz von KI in jeglicher Form bei Prüfungen strikt verboten. Eine wesentliche Ausnahme bildet die Nutzung von KI ausschließlich für die Recherche zur Identifizierung von Quellen wie Gerichtsfällen, Statuten oder Sekundärliteratur. Hierbei wird jedoch betont, dass die Studierenden die volle Verantwortung für die Richtigkeit und Relevanz aller zitierten Informationen tragen. Das Vorkommen von nicht existierenden Zitaten wird als Indiz für einen verbotenen KI-Einsatz gewertet.

    Die Fakultät begründet diese strenge Haltung damit, dass künftige Juristen zunächst grundlegende Denkfähigkeiten entwickeln müssen, bevor sie KI sinnvoll einsetzen können. Professor Chris Hoofnagle, der an der Ausarbeitung der Richtlinie beteiligt war, betonte, dass es darum gehe, „den Wertbeitrag eines Anwalts“ zu bewahren. Das unabhängige Denken, die Fähigkeit zur kritischen Analyse und die eigenständige Entwicklung rechtlicher Argumente werden als unverzichtbare Kernkompetenzen für die juristische Praxis angesehen.

    Hintergrund und Motivation der neuen Regelung

    Die Entscheidung der UC Berkeley Law School ist das Ergebnis einer intensiven Beobachtung des zunehmenden Einsatzes von KI-Tools durch Studierende und der damit verbundenen Herausforderungen. Berichte über Plagiate und die Einreichung von Arbeiten mit fehlerhaften rechtlichen Argumentationen oder „halluzinierten“ (nicht existierenden) Zitaten haben die Dringlichkeit einer klaren Regelung verdeutlicht. Die vorherige Richtlinie aus dem Jahr 2023, die einen liberaleren Umgang mit KI erlaubte, insbesondere für Brainstorming-Zwecke, wurde angesichts der rasanten Fortschritte bei generativen KI-Modellen als unzureichend erachtet. Die Fähigkeit dieser Modelle, ganze wissenschaftliche Arbeiten zu erstellen, machte eine Neujustierung der akademischen Integritätsstandards erforderlich.

    Es wird anerkannt, dass KI in der Rechtsbranche eine immer größere Rolle spielt. Viele Anwaltskanzleien nutzen bereits KI für verschiedene Zwecke. Die neue Richtlinie der UC Berkeley Law zielt jedoch darauf ab, sicherzustellen, dass die Studierenden die notwendigen kognitiven Fähigkeiten erwerben, um diese Technologien strategisch einzusetzen, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und ethische Verpflichtungen gegenüber Mandanten und dem Rechtssystem einzuhalten.

    Ausnahmen und pädagogische Flexibilität

    Trotz der strengen Verbote bietet die Richtlinie den Dozenten die Möglichkeit, in bestimmten Fällen von der Standardregel abzuweichen. Dies gilt insbesondere für Kurse, die explizit darauf ausgelegt sind, den Studierenden den ethischen und kompetenten Umgang mit KI-Tools in der juristischen Praxis zu vermitteln. Solche Ausnahmen müssen schriftlich festgehalten und den Studierenden transparent kommuniziert werden. Dies spiegelt das Bewusstsein wider, dass zukünftige Juristen den Umgang mit KI beherrschen müssen, aber erst, nachdem sie eine solide Grundlage in den Kernkompetenzen des Rechts erworben haben.

    Die Fakultät betont, dass die Richtlinie keine generelle Ablehnung von KI darstellt, sondern eine Strategie zur Sicherung der Qualität der juristischen Ausbildung. Es gehe darum, eine Balance zu finden zwischen der Vorbereitung der Studierenden auf eine von KI geprägte Zukunft und der Bewahrung der grundlegenden intellektuellen Fähigkeiten, die für den Anwaltsberuf unerlässlich sind.

    Auswirkungen und Ausblick

    Die Entscheidung der UC Berkeley School of Law wird voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf andere juristische Fakultäten und Bildungseinrichtungen weltweit haben. Sie unterstreicht die Notwendigkeit für akademische Institutionen, proaktiv auf die Entwicklungen im Bereich der generativen KI zu reagieren und klare Richtlinien für deren Nutzung in der Bildung zu formulieren. Die Art und Weise, wie die UC Berkeley Law diese Richtlinie umsetzen und welche Anpassungen an Lehrplänen und Prüfungsformaten vorgenommen werden, wird von der gesamten Bildungslandschaft genau beobachtet werden.

    Die Herausforderung besteht darin, eine Umgebung zu schaffen, in der Studierende sowohl die traditionellen juristischen Fähigkeiten meistern als auch den verantwortungsvollen Umgang mit modernen Technologien erlernen können. Die neue Richtlinie der UC Berkeley Law ist ein Versuch, diesen Spagat zu bewältigen und sicherzustellen, dass die Absolventen optimal auf die Anforderungen einer sich wandelnden Rechtswelt vorbereitet sind.

    Bibliography

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    • Hoodline. (2026, May 22). Berkeley Law Slaps Strict New Ban On AI In Classwork And Finals.

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