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Die Landschaft der Künstlichen Intelligenz ist dynamisch und von ständiger Innovation geprägt. Insbesondere im Bereich der quelloffenen Modelle hat sich in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung vollzogen. Microsoft hat auf diese Entwicklung reagiert und mit der Einführung von "Managed Compute" innerhalb seiner Foundry-Plattform eine Lösung geschaffen, die die Bereitstellung und den Betrieb von Hugging Face Modellen für Unternehmen wesentlich vereinfacht. Als Spezialist für KI-Technologien beleuchten wir für Sie die Implikationen dieser Integration und die Vorteile, die sich daraus für die B2B-Anwendung ergeben.
Microsoft Foundry positioniert sich als eine umfassende Plattform für die Entwicklung und den Betrieb von agentenbasierten KI-Anwendungen. Sie zeichnet sich durch eine breite Auswahl an Modellen aus – von proprietären Lösungen führender Anbieter wie OpenAI und Anthropic bis hin zu einer Vielzahl quelloffener Modelle. Diese Vielfalt wird über einen einzigen Endpunkt und einheitliche SDKs in verschiedenen Programmiersprachen zugänglich gemacht.
Ein zentraler Bestandteil von Foundry ist der Foundry Agent Service, der die Orchestrierung von Multi-Agenten-Systemen ermöglicht. Er integriert Funktionen wie Gedächtnis, Wissensverankerung durch Foundry IQ und eine Bibliothek von Tools, die Agenten den Zugriff auf Unternehmensdaten erlauben. Die Plattform bietet zudem umfassende Überwachungsfunktionen, Echtzeit-Monitoring und kontinuierliche Evaluationen, um das Verhalten von Agenten zu optimieren.
Neben den bestehenden Bereitstellungsoptionen wie Pay-per-Token und Provisioned Throughput, die auf unterschiedliche Anforderungen zugeschnitten sind, führt Microsoft mit Foundry Managed Compute eine dritte Variante ein. Diese ist speziell als Managed GPU Platform-as-a-Service (PaaS) für quelloffene und kundenspezifische Modelle konzipiert. Sie entbindet Unternehmen von der Notwendigkeit, virtuelle Maschinen zu provisionieren, Kubernetes-Cluster zu betreiben oder eigene Container-Images zu erstellen und zu warten. Stattdessen übernimmt Microsoft die Verwaltung der GPU-Topologie, der Laufzeitumgebung, der Container-Images und der Sicherheitspatches.
Für Nutzer bedeutet dies, dass sie sich auf die Auswahl des Modells, einer Bereitstellungsvorlage und des Beschleunigertyps (z.B. NVIDIA A100, NVIDIA H100 oder AMD MI300X) sowie die Anzahl der Instanzen konzentrieren können. Die dahinterliegende Infrastruktur wird von Microsoft gemanagt, was eine erhebliche Reduzierung des operativen Aufwands darstellt. Die Konsistenz der Entwicklererfahrung bleibt dabei gewahrt: Managed Compute teilt sich denselben Endpunkt, dieselben SDKs, Authentifizierungsmechanismen und Beobachtbarkeitstools wie die anderen Bereitstellungsoptionen.
Hugging Face hat sich als eine zentrale Plattform für die quelloffene KI-Community etabliert. Mit Millionen von Entwicklern, Hunderttausenden von Organisationen und über drei Millionen veröffentlichten Modellen fungiert es als eine Art "GitHub für KI-Modelle". Hier werden Modellgewichte veröffentlicht, Modellkarten erstellt, Evaluationen verglichen und Modelle für Experimente heruntergeladen. Die Plattform deckt eine breite Palette von Aufgaben ab, darunter Verarbeitung natürlicher Sprache, Computer Vision und Audioverarbeitung.
Die quelloffenen Modelle aus dem Hugging Face Ökosystem haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht und können in vielen Benchmarks mit proprietären Modellen konkurrieren. Sie bieten Vorteile, die proprietäre Endpunkte nicht ohne Weiteres leisten können:
Die Herausforderung bei der Nutzung quelloffener Modelle lag bisher oft in der operativen Komplexität: Entdeckung, Lizenzprüfung, Sicherheitsüberprüfung, Laufzeitauswahl, GPU-Dimensionierung, Image-Erstellung, CVE-Patching und die Bereitstellung des Modells hinter einem unternehmensgerechten Endpunkt. Hugging Face selbst ist keine Unternehmens-Serving-Plattform. Hier setzt die Integration von Hugging Face Modellen auf Foundry an, indem sie diese operative Schicht von Microsoft bereitstellen lässt.
Die Hugging Face Collection in Foundry bringt eine kuratierte Auswahl von Modellen direkt in den Foundry Model Catalog. Dieser Katalog wird wöchentlich aktualisiert, um die neuesten und beliebtesten Modelle aus dem Hugging Face Ökosystem zu integrieren. Er umfasst Modelle für verschiedene Modalitäten wie Text, Vision, Audio und Multimodalität, darunter Large Language Models (LLMs) und Vision-Language Models (VLMs) für Chat und Agenten, ASR und Sprachübersetzung, Embeddings, Segmentierung und Bildgenerierung.
Ein entscheidender Aspekt ist der mehrstufige Kurationsprozess, den Hugging Face und Microsoft gemeinsam durchführen, um die Modelle für den Unternehmenseinsatz vorzubereiten:
Dieser Prozess stellt sicher, dass Unternehmen quelloffene Modelle ohne die Notwendigkeit eines externen Netzwerkzugriffs auf den Hugging Face Hub in einer privaten Netzwerkumgebung bereitstellen können, da die Modellgewichte bereits im Azure-Speicher und die Laufzeit-Images in einem von Microsoft verwalteten Register vorliegen.
Die Hugging Face Modelle auf Foundry nutzen eine vielseitige Sammlung von quelloffenen Inferenz-Laufzeitumgebungen, die für Managed Compute optimiert und auf die jeweiligen Modellarchitekturen abgestimmt sind. Der Kurationsprozess gewährleistet, dass neue Versionen und Patches schnell in Foundry landen und bestehende Modellbereitstellungen automatisch aktualisiert werden, ohne dass eine erneute Bereitstellung erforderlich ist.
Die Bereitstellung eines Modells aus der Hugging Face Collection im Foundry Model Catalog erfolgt in wenigen Schritten:
acceleratorType an, die Sie bei einer skriptgesteuerten Bereitstellung über SDK oder REST benötigen.Eine Bereitstellungsvorlage ist eine benannte und versionierte Ressource, die die Laufzeitumgebung, die Beschleunigerfamilie und -anzahl, die Kontextlänge und die laufzeitspezifische Feinabstimmung festlegt. Dies vereinfacht die Konfiguration erheblich, da alle Einstellungen von Microsoft vorgenommen werden und mögliche Kompromisse in der Vorlagenbeschreibung erläutert werden. Die Integration in agentenbasierte Anwendungen ist ebenfalls nahtlos möglich, da quelloffene Modelle als admin-verbundene Modelle in Foundry Agents verwendet werden können.
Die Integration von Hugging Face Modellen in Microsoft Foundry über Managed Compute stellt einen bedeutenden Schritt dar, um die Nutzung quelloffener KI-Modelle für Unternehmen zugänglicher und effizienter zu gestalten. Durch die Übernahme der operativen Komplexität durch Microsoft können sich Unternehmen auf die Entwicklung und Anwendung von KI-Lösungen konzentrieren, anstatt sich mit Infrastrukturmanagement und Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen. Die kuratierte Sammlung, der strenge Kurationsprozess und die Unterstützung vielfältiger Laufzeitumgebungen gewährleisten dabei eine hohe Qualität und Sicherheit der bereitgestellten Modelle.
Die Verfügbarkeit im Preview-Modus mit Unterstützung für verschiedene Beschleunigerfamilien und globale sowie Data Zone Scopes bietet Unternehmen bereits heute die Möglichkeit, diese Vorteile zu nutzen. Zukünftige Entwicklungen umfassen eine noch breitere Abdeckung des Hugging Face Ökosystems, zusätzliche Beschleunigerfamilien und die Möglichkeit, eigene Gewichte (Bring Your Own Weights) für feinabgestimmte oder proprietäre Varianten über dieselben Vorlagen und Governance-Mechanismen bereitzustellen. Diese Initiative unterstreicht das Engagement von Microsoft, die Leistungsfähigkeit quelloffener KI mit der Zuverlässigkeit und den Sicherheitsstandards einer Unternehmensplattform zu verbinden.
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