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Die Entwicklung autonomer Computer-Agenten hat in den letzten Jahren signifikante Fortschritte gemacht, insbesondere durch den Einsatz großer Sprachmodelle (LLMs). Traditionell basieren viele dieser Agenten auf der visuellen Analyse von Bildschirminhalten – vergleichbar mit einem Menschen, der einen Computerbildschirm betrachtet und darauf reagiert. Ein neuer Forschungsansatz, vorgestellt im Paper "StateAct: Program State, before Pixels, for Long-Horizon Computer-Use Agents", schlägt jedoch einen grundlegenden Paradigmenwechsel vor, der das Potenzial hat, die Effizienz und Leistungsfähigkeit dieser Agenten erheblich zu verbessern. Anstatt sich auf die Interpretation von Pixeln zu verlassen, fokussiert sich StateAct auf die direkte Interaktion mit dem zugrunde liegenden Programmzustand.
Bisherige Computer-Agenten, die darauf ausgelegt sind, Aufgaben am Computer zu erledigen, operieren oft nach einem Prinzip, das der menschlichen Interaktion nachempfunden ist: Sie „sehen“ einen Screenshot, „denken“ über die Pixel nach und „entscheiden“, wo sie klicken oder welche Eingabe sie tätigen sollen. Dieser Ansatz, obwohl intuitiv, birgt inhärente Nachteile:
StateAct adressiert diese Herausforderungen durch einen "Code-First"-Ansatz. Dies bedeutet, dass der Hauptagent direkt mit dem Programmzustand interagiert, indem er Code verwendet, um Informationen abzufragen und Aktionen auszuführen. Im Kern dieses Konzepts steht die Erkenntnis, dass Code den Programmzustand direkt inspizieren und modifizieren kann, was eine wesentlich präzisere und umfassendere Interaktion ermöglicht als die Analyse von Bildschirmfotos.
Das StateAct-System ist als Multi-Agenten-Gefüge konzipiert:
Die Umstellung von einer Pixel-zentrierten zu einer Programmzustand-zentrierten Interaktion bietet mehrere entscheidende Vorteile für B2B-Anwendungen:
Durch die direkte Interaktion mit dem Programmzustand entfällt die Notwendigkeit, ständig Screenshots zu verarbeiten und komplexe Bildanalysen durchzuführen. Dies führt zu einer erheblichen Reduzierung der Rechenlast und damit zu geringeren Betriebskosten. Studien belegen, dass StateAct die Kosten pro Aufgabe um das bis zu Neunfache senken kann, insbesondere in Umgebungen wie OSWorld 2.0.
Langfristige und komplexe Aufgaben, die mehrere Schritte und eine tiefe Kenntnis des Systemzustands erfordern, können von StateAct effektiver gelöst werden. Die Fähigkeit, den internen Zustand direkt zu manipulieren und abzufragen, ermöglicht es dem Agenten, auch bei nicht-visuellen Änderungen präzise zu agieren.
In Tests konnte StateAct in Kombination mit fortgeschrittenen Sprachmodellen wie Claude Opus 4.8 die binäre Erfolgsrate auf OSWorld 2.0 von 20,6 % auf 26,9 % steigern und die Teilerfolgsrate von 54,8 % auf 61,6 % verbessern. Dies deutet auf eine robustere und zuverlässigere Leistung hin.
StateAct integriert zudem Konzepte wie "Self-prompting" und "Chain-of-States", die die Fähigkeiten von LLM-basierten Agenten weiter verbessern. "Self-prompting" sorgt dafür, dass die Aufgaben-Ziele in jedem Schritt des Agenten verstärkt werden, was die Zielerreichung fördert. "Chain-of-States" erweitert das bekannte "Chain-of-Thought"-Prinzip, indem es Zustandsinformationen über die Zeit hinweg verfolgt und ein besseres Langzeitgedächtnis und kontextuelles Verständnis ermöglicht. Dies führt zu einer Leistungssteigerung gegenüber früheren Methoden wie ReAct.
Für Unternehmen, die automatisierte Agenten für vielfältige Aufgaben einsetzen, ergeben sich aus dem StateAct-Ansatz weitreichende Implikationen:
StateAct stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung autonomer Computer-Agenten dar. Durch den Fokus auf den Programmzustand und die Integration eines Multi-Agenten-Ansatzes überwindet es wesentliche Limitationen traditioneller pixelbasierter Systeme. Die erzielten Effizienz- und Leistungssteigerungen sind nicht nur ein akademischer Erfolg, sondern bieten konkrete Vorteile für Unternehmen, die auf der Suche nach robusteren, kostengünstigeren und leistungsfähigeren Automatisierungslösungen sind. Dieser Paradigmenwechsel könnte die Art und Weise, wie KI-Agenten komplexe Aufgaben in digitalen Umgebungen bewältigen, nachhaltig prägen.
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