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Ericsson intensiviert seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten durch den Ausbau seiner Cloud-RAN- und Netzwerkinfrastruktur. Diese strategische Erweiterung zielt darauf ab, die Telekommunikationsbranche in den USA auf eine neue Generation KI-nativer und hochautomatisierter Netzwerke vorzubereiten. Die Entwicklungen sind besonders relevant, da die USA ihr 250-jähriges Bestehen feiern und die nächste Phase der industriellen Führung durch fortschrittliche Konnektivitätslösungen definieren.
Der Telekommunikationssektor in den USA befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel hin zu vollständig automatisierten und KI-nativen Netzwerkinfrastrukturen. Telekommunikationsdienstleister (CSPs) integrieren aktiv KI-Algorithmen in ihre Funkzugangsnetze (RAN), um beispielsweise das Spektrummanagement zu automatisieren. Beispiele hierfür sind T-Mobile, das kommerzielle Feldversuche mit einem KI-nativen Scheduler zur Optimierung des Netzwerkverkehrs durchführt, und AT&T, das KI-native Software in seine Cloud-RAN-Architektur implementiert, um seinen Hardware-Fußabdruck zu modernisieren. Parallel dazu treibt Verizon Business den Ausbau privater 5G-Netzwerkinstallationen für Unternehmenskunden voran.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die lokale Hardware-Produktion. Ericssons USA 5G Smart Factory in Lewisville, Texas, ist ein zentraler Knotenpunkt für die Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung. Die 27.870 Quadratmeter große Fabrik betreibt kontinuierliche Produktionslinien zur Herstellung fortschrittlicher Telekommunikationsgeräte, darunter Massive-MIMO-Arrays und RAN-Compute-Hardware, die speziell für große amerikanische CSPs entwickelt wurden. Die Lokalisierung des Herstellungsprozesses vereinfacht komplexe Lieferketten und verkürzt die Lieferzeiten für Hardware. Seit der Betriebsaufnahme im März 2020 konnte die Produktionskapazität erheblich gesteigert werden, unter anderem durch eine Verdreifachung der spezialisierten Belegschaft auf über 550 Mitarbeiter und eine achtfache Steigerung des Gesamtproduktionsvolumens durch die Kombination von industrieller Automatisierung und menschlicher Expertise.
Ericsson konzentriert die Entwicklung programmierbarer Netzwerke in seinem D15 Innovation Hub in Santa Clara, Kalifornien. Dort arbeiten Forschungsteams eng mit Partnern aus dem Silicon Valley und Telekommunikationsbetreibern zusammen, um KI-gesteuerte Automatisierungsprotokolle zu validieren. Dieser Standort dient als dedizierte Testumgebung für fortschrittliche Netzwerkanwendungen, einschließlich Network Slicing-Architekturen. Die Einführung dieser Mobilfunktechnologien in Unternehmen wird durch spezialisierte Geschäftsbereiche vorangetrieben. Vonage arbeitet beispielsweise mit Ericsson Enterprise Wireless Solutions zusammen, um private 5G-Bereitstellungen für Unternehmen zu erleichtern. Diese Tochtergesellschaften stellen Unternehmensleitern offene APIs zur Verfügung, die es Entwicklern ermöglichen, fortschrittliche Mobilfunkkommunikationsfunktionen direkt in proprietäre Softwareanwendungen zu integrieren.
Ericsson beschäftigt über 6.200 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten in allen 50 Bundesstaaten. Börje Ekholm, Präsident und CEO von Ericsson, betonte die Bedeutung der USA als Kernmarkt und Innovationszentrum. Er wies darauf hin, dass die weltweit erste vorstandardisierte 6G-Sitzung in den USA stattfand und dass hier die Zukunft der Netzwerke im Hinblick auf KI gestaltet werde. Ingenieure am amerikanischen Hauptsitz in Plano, Texas, führten die weltweit erste vorstandardisierte 6G-Over-the-Air-Sitzung durch. Die Teams in Plano führten zudem einen Live-Feldversuch mit der Integrated Sensing and Communication (ISC)-Technologie durch. Bei diesem Versuch wurde bestehende Massive-MIMO-Funkhardware zur Erkennung von Drohnen im Luftraum eingesetzt. Das System verfolgte die Luftfahrzeuge erfolgreich allein mithilfe der Funksignale, was das Potenzial zukünftiger Mobilfunknetze für Umweltsensorfunktionen jenseits der reinen Datenkonnektivität demonstriert.
Die Zusammenarbeit mit großen US-amerikanischen Telekommunikationsunternehmen wie AT&T ist ein zentraler Pfeiler dieser Expansionsstrategie. AT&T hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2026 70 % seines Mobilfunkverkehrs über offene, Cloud-fähige Plattformen abzuwickeln. Bereits 2024 sollen vollständig integrierte Open RAN-Standorte in Zusammenarbeit mit Ericsson und Fujitsu in Betrieb genommen werden. Dieser Schritt weg von geschlossenen, proprietären Schnittstellen soll eine schnelle Skalierung und Verwaltung von Hardware verschiedener Anbieter ermöglichen. Die Partnerschaft zwischen AT&T und Ericsson umfasst eine Investition von rund 14 Milliarden US-Dollar über eine Laufzeit von fünf Jahren, um die Transformation der Mobilfunknetze voranzutreiben.
Die kontinuierliche Investition in Forschung und Entwicklung, die Lokalisierung der Produktion und die enge Zusammenarbeit mit Schlüsselpartnern positionieren Ericsson als wichtigen Akteur in der Gestaltung der nächsten Generation der Telekommunikationsinfrastruktur in den USA, die durch 5G, 6G und KI-native Architekturen geprägt sein wird.
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