OpenAI hat die Websuche in seinen KI-Chatbot ChatGPT integriert und stellt diese Funktion nun allen Nutzern kostenlos zur Verfügung. Nach einer Beta-Phase unter dem Namen SearchGPT ist die Suchfunktion nun fester Bestandteil von ChatGPT und direkt über chatgpt.com erreichbar. Dieser Schritt positioniert OpenAI zunehmend als direkten Konkurrenten von etablierten Suchmaschinen wie Google und Perplexity und könnte weitreichende Folgen für die Struktur und Nutzung des World Wide Web haben.
Die neue Funktion ermöglicht den Zugriff auf aktuelle Informationen wie Sportergebnisse, Nachrichten, Aktienkurse und Wettervorhersagen. ChatGPT erkennt selbstständig, wann eine Websuche erforderlich ist, und startet diese automatisch. Nutzer können Suchanfragen aber auch manuell initiieren. Ähnlich wie bei anderen KI-gestützten Suchmaschinen wie Perplexity durchsucht ChatGPT verschiedene Internetquellen und präsentiert die Ergebnisse in Form von kurzen Zusammenfassungen mit entsprechenden Quellenangaben. Bestimmte Datenpunkte, wie beispielsweise Sportergebnisse oder Aktienkurse, werden direkt in der Chatoberfläche angezeigt.
Laut OpenAI basiert die Suchfunktion auf einer speziell angepassten Version des Sprachmodells GPT-4, die mit synthetischen Daten und Ausgaben des neuen "Reasoning"-Modells o1-preview optimiert wurde. Während OpenAI in der Vergangenheit den Bing-Algorithmus von Microsoft für das Suchranking verwendete, setzt das Unternehmen nun nach eigenen Angaben auf "Drittanbieter".
Für Nachrichteninhalte hat OpenAI Lizenzvereinbarungen mit großen Medienhäusern wie Associated Press, Axel Springer, Financial Times, Reuters und Vox Media geschlossen. Dies führt dazu, dass in den Suchergebnissen beispielsweise in Deutschland vorwiegend Publikationen des Springer-Verlags, wie Bild und Welt, erscheinen. Die Auswahlkriterien für diese Lizenzvereinbarungen wurden von OpenAI bisher nicht öffentlich bekannt gegeben.
Website-Betreiber stehen nun vor einer schwierigen Entscheidung: Sie können ChatGPT entweder über die robots.txt-Datei den Zugriff auf ihre Inhalte erlauben und im Gegenzug nur minimalen Traffic erhalten, oder sie riskieren, in den Suchergebnissen von ChatGPT nicht mehr aufzutauchen. Für Websites ohne Lizenzvereinbarung mit OpenAI stellt keine der beiden Optionen eine ideale Lösung dar.
Diese Situation stellt ein klassisches "Gefangenendilemma" dar, das OpenAI mit Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar geschaffen hat. Verlage sehen sich zunehmend gezwungen, entweder Lizenzverträge mit OpenAI abzuschließen oder einen potenziellen Rückgang ihrer Website-Besucherzahlen in Kauf zu nehmen, da immer mehr Nutzer ChatGPT für ihre Suchanfragen verwenden.
Die Integration der Websuche in ChatGPT könnte die Art und Weise, wie wir Informationen suchen und konsumieren, grundlegend verändern. Die benutzerfreundliche Oberfläche und die direkte Integration in einen Chatbot bieten ein neues Nutzererlebnis. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Suchmaschinenlandschaft in Zukunft entwickeln wird und welche Auswirkungen die Strategie von OpenAI langfristig auf das World Wide Web und die Verlagsbranche haben wird.
Quellen: - https://the-decoder.com/openai-adds-web-search-to-chatgpt-free-for-all-and-may-just-kill-the-www-as-we-know-it/ - https://openai.com/index/introducing-chatgpt-search/ - https://www.technologyreview.com/2024/10/31/1106472/chatgpt-now-lets-you-search-the-internet/ - https://www.reddit.com/r/SEO/comments/1ggkfhs/openais_search_engine_is_now_live_in_chatgpt_what/ - https://www.forbes.com/sites/torconstantino/2024/11/01/ai-experts---even-googles-ai---react-to-openais-new-search-feature/ - https://www.linkedin.com/news/story/openai-unveils-chatgpt-web-search-7014018/ - https://www.newsweek.com/did-chatgpt-search-just-kill-google-1978796 - https://fortune.com/2024/12/17/openai-opens-chatgpt-internet-search-to-all-users-google/ - https://openai.com/index/chatgpt/ - https://www.tomsguide.com/ai/chatgpt/openai-just-made-chatgpt-search-free-for-all-users-and-google-should-be-worried