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Die Automobilbranche befindet sich in einem stetigen Wandel, insbesondere im Bereich des automatisierten Fahrens. Eine aktuelle Entwicklung, die in Fachkreisen aufmerksam beobachtet wird, ist die Beendigung der "Automated Driving Alliance" (ADA) zwischen Volkswagen und Bosch. Diese Kooperation, die als eine der wichtigsten deutschen Initiativen für automatisiertes Fahren galt, wurde zum 1. Juli dieses Jahres offiziell eingestellt.
Die "Automated Driving Alliance" wurde 2022 ins Leben gerufen mit dem ambitionierten Ziel, automatisierte Fahrfunktionen für den Massenmarkt zu entwickeln und damit den Anschluss an internationale Wettbewerber wie Tesla oder Mercedes zu halten. Im Fokus stand die Entwicklung von Level-2-Fahrfunktionen, die es ermöglichen, das Fahrzeug in bestimmten Situationen teilautonom zu bewegen, wobei der Fahrer jedoch jederzeit die Kontrolle behalten muss. Die Zusammenarbeit umfasste die VW-Softwaretochter Cariad und Bosch als führenden Automobilzulieferer. Ursprünglich war die Allianz bis mindestens 2029 geplant, und es wurden erhebliche Investitionen in Milliardenhöhe getätigt, um die technologischen Fortschritte voranzutreiben.
Die Entscheidung zur Beendigung der Allianz ist das Ergebnis einer komplexen Gemengelage. Mehrere Faktoren spielten hierbei eine Rolle:
Interne Berichte deuteten darauf hin, dass die erzielten Fortschritte im Verhältnis zu den investierten Mitteln als unzureichend angesehen wurden. Insbesondere im Bereich des sogenannten Level 2++ (teilautonomes Fahren im Stadtverkehr ohne Hände am Lenkrad) sah Volkswagen einen erheblichen Rückstand zu den Wettbewerbern. Trotz eines kolportierten Investitionsvolumens von rund 1,5 Milliarden Euro entsprach die entwickelte Technologie offenbar nicht den Erwartungen hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit.
Der hohe Kostendruck in der Automobilindustrie und die Notwendigkeit, Ressourcen effizient einzusetzen, dürften ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Volkswagen, vertreten durch Cariad, scheint eine strategische Neuausrichtung vorzunehmen, die stärker auf Geschwindigkeit, Skalierung und die Einbindung externer Partner abzielt. Dies könnte bedeuten, dass das Unternehmen zukünftig verstärkt auf bewährte Lösungen von Zulieferern setzen oder die Entwicklung intern effizienter gestalten möchte, anstatt langwierige Gemeinschaftsprojekte zu betreiben.
Nach der Beendigung der Allianz verfolgen beide Unternehmen unterschiedliche Skalierungsstrategien. Während Volkswagen die gemeinsam entwickelte Level-2-Technologie weiterhin in seinen Fahrzeugen einsetzen wird, plant Bosch, die gewonnenen Erkenntnisse und Technologien als Zulieferer für eine breitere Palette von Automobilherstellern anzubieten. Dies deutet auf eine Divergenz in den langfristigen Marktstrategien hin, die eine weitere enge Zusammenarbeit erschwert haben könnte.
Obwohl die formelle Allianz beendet ist, bedeutet dies nicht das Ende der entwickelten Technologien. Die bereits entstandenen Level-2-Fahrfunktionen sollen weiterhin in zukünftigen Fahrzeugmodellen von Volkswagen zum Einsatz kommen. Ein konkretes Beispiel ist der Elektrokleinwagen ID.Every1, der voraussichtlich ab 2027 mit der gemeinsam entwickelten Software ausgestattet sein wird.
Für Volkswagen und die Softwaretochter Cariad bedeutet die Beendigung der Allianz eine Chance zur Neuausrichtung. Die Konzentration auf eigene Stärken und die gezielte Kooperation mit weiteren externen Partnern könnten zu einer Beschleunigung der Entwicklung führen. Gleichzeitig muss Cariad die Kritik des eigenen Betriebsrats ernst nehmen, der den Verlust von Know-how durch die Beendigung der Allianz befürchtet. Die Herausforderung wird sein, die internen Kapazitäten weiter auszubauen und gleichzeitig von externen Innovationen zu profitieren.
Bosch wird die im Rahmen der Allianz gewonnenen Daten und Erfahrungen nutzen, um seine Position als führender Zulieferer für automatisierte Fahrfunktionen weiter zu stärken. Die Möglichkeit, die entwickelten Technologien an verschiedene Automobilhersteller anzubieten, könnte Bosch neue Geschäftschancen eröffnen und die Abhängigkeit von einem einzelnen Partner reduzieren.
Die Beendigung der "Automated Driving Alliance" zwischen Volkswagen und Bosch ist ein Beispiel für die Dynamik und die Herausforderungen im Bereich des automatisierten Fahrens. Während die ursprünglichen Ziele der Allianz nicht vollständig in der geplanten Form erreicht wurden, wird die gemeinsam entwickelte Technologie weiterhin eine Rolle spielen. Die Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Strategien im Hinblick auf technologische Entwicklungen und Marktanforderungen kontinuierlich anzupassen. Der Fokus auf Effizienz, Skalierung und die gezielte Nutzung von Partnerschaften wird in diesem hochkompetitiven Feld weiterhin entscheidend sein.
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